Hier haben wir eine Reihe von Fragen zusammen gestellt, die so - oder so ähnlich in den letzten 13 Jahren immer wieder an uns gestellt wurden.
Manche Profis mögen dabei den Kopf schütteln... Sowas weiss man doch einfach, werden sich einige denken...
Aber sie glauben gar nicht, was so alles an kuriosen Vorstellungen über Malerei und Maltechniken in den Köpfen von Hobby- und sogar "Profi"-Malern herumschwirrt...
Um mit einigem an Halb- oder Unwissen aufzuräumen, versuchen wir hier häufig gestellte Fragen (FAQ) zu beantworten.
Sollten Sie Fragen haben, die auf unserer Website - oder persönlich in einem Fachgespräch in unserem Laden noch nicht beantwortet werden konnten, schreiben Sie uns!
Achja und noch was:
Gute Beratung - und auch das Erstellen dieser FAQ auf unserer Website kostet Zeit, die wir Ihnen natürlich nicht (wie es z.b. bei Vertretern der Rechtsanwalts- oder Beratungsdienstleistungsbranchen üblich ist) verrechnen können.
Wie Sie unsere Beratungszeit - oder auch die Infos, die Sie aus dieser Website herauslesen, trotzdem honorieren können?
Ja, genau. erraten! Indem Sie so fair sind, und dann Ihre Produkte auch bei uns einkaufen! (Und nicht im Internet- oder Katalogversand, der vielleicht um ein paar Euro günstiger ist). DANKE!
1. Warum sind Künstlerfarben im Vergleich zu Studien- oder Schulfarben so teuer?
Künstlerfarben werden unter höchsten Qualitätskriterien hergestellt. Sie enthalten nur reine, d.h. unvermischte, höchst lichtechte Künstler-Pigmente, ohne Farb- oder Füllstoffe, die eine höchste Lichtechtheit, hoche Farbstärke und gute Deckkraft garantieren.
Im Gegensatz dazu werden in Studienfarben minderwertige Pigmente in niedrigerer Konzentration verwendet, die zudem oft nicht lichtbeständig sind, eine geringere Deckkraft und Ergiebigkeit aufweisen und sich schlechter mischen lassen.
2. Warum gibt es bei den Künstlerfarben glänzende und matte Farben?
Künstlerfarben werden ohne Füll- oder Mattierungsmittel hergestellt. Da manche Pigmente mehr Bindemittel benötigen, glänzen diese (Bindemittel ohne Pigment ist ein glänzend-auftrocknendes Medium). Farben, die einen höheren Pigmentanteil in der Farbrezeptur benötigen, wirken optisch matter.
3. Kann ich auf jedem Untergrund malen?
Prinzipiell ja. Der Untergrund sollte auf jeden Fall staubfrei, nicht fettig oder ölig und im Normalfall trocken sein. Für wasserhältige Farben braucht es entsprechend stabile, verzugsfeste Untergründe. Diese können sein: Papier, Karton, Leinwand, Holz, Spanplatten, Glas, Metall, usw.
Schwierige Untergründe brauchen oft eine entsprechende Grundierung oder Malmittel. Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl.
4. Hilfe! Mein Ölbild trocknet nicht!
Das kann mehrere Gründe haben. Ölbilder haben generell eine sehr lange Trocknungszeit. Die lässt sich - im Nachhinein - auch nicht verkürzen. Da hilft nur warten. Die "Alten Meister" haben nicht zuletzt darum so lange für ihre Bilder gebraucht, weil sie sehr lange Trocknungszeiten in Kauf nehmen mussten, bevor an einem Gemälde weitergearbeitet werden konnte.
Heute gibt es Trocknungsbeschleuniger (z.b. Malmittel 3 oder Siccative), die den Farben schon beim Malen beigemischt werden können, damit sie schneller durchtrocknen. Selbst angeriebene Pigmente (z.b. mit Leinöl) haben die längsten Trocknungszeiten, weil dabei normalerweise keine Siccative beigemischt werden. Die Hersteller von Qualitätsölfarben mischen ihren fertigen Farben Siccative (d.h. Trocknungsbeschleuniger) bei, um eine schnellere Durchtrocknung schon von Haus aus zu ermöglichen.
5. Ich möchte meine Ölfarben mit Pigmenten selber mischen. Kann ich dazu auch Olivenöl, Sonnenblumenöl oder ein herkömmliches Salatöl verwenden?
Nein! Auf gar keinen Fall! Sie gießen ja auch kein Kürbiskernöl in den Motor Ihres Autos! Speiseöle oder auch andere Substanzen (Motoröl, Maschinenöle, synthetische Öle etc.) sind für Ölmalerei absolut ungeeignet, da sie nicht austrocknen. Für Ölmalerei geeignete Öle sind z.b. Leinöl oder Mohnöl. Wir beraten Sie gerne!
6. Warum gibt es so große Preisunterschiede zwischen bespannten Keilrahmen - und auf was muss ich beim Kauf eines Keilrahmens achten?
Die Preisunterschiede entstehen hauptsächlich dadurch, das höhere Qualität auch einen höheren Preis hat. Wer das Gegenteil behauptet - und sagt, dass Top-Qualität zu Billigpreisen möglich ist, verdient entweder nichts am Verkauf von Keilrahmen - oder lügt Sie schlicht und einfach an.
Gute Keilrahmen werden heute fast nur noch aus europäischer Produktion mit europäischen (d.h. recht verzugsfesten) Hölzern und Belgischen oder Italienischen Leinwand-Geweben gefertigt. Baumarktware, die vorwiegend in China hergestellt wird, hat zwar einen niedrigeren Preis, der relativiert sich jedoch, wenn Sie das erste mal feststellen, daß Ihr Meisterwerk auf einem verzogenen Rahmen gemalt ist. Da hilft nur noch abspannen, verzugsfreie Leisten (im Fachgeschäft) kaufen, neu aufspannen (oder gegen ein mehrfaches des urprünglichen Preises einer Qualitätsleinwand von uns aufspannen lassen) - und - sich das nächste Mal nicht von vermeintlichen Schnäppchenangeboten verführen lassen.
7. Ich arbeite nur mit dicken Keilrahmen. Die sind doch sicher besser, weil sie sich weniger verziehen können?
Tja. Das ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube. Dickere Holzleisten verziehen sich sogar noch eher, weil da mehr Material da ist, das arbeiten kann.
Abhilfe schaffen da nur dicke Keilrahmenleisten, die aus zwei oder mehreren dünnen Leisten verleimt und verschraubt wurden. Das sieht nicht nur gut aus, sondern ist auch absolut verzugsfest. Kostet allerdings auch etwas mehr. Dafür bleibt ihr Bild dann auch über Jahre schön gespannt und verzugsfrei an der Wand. Wir führen natürlich auch Keilrahmen mit dicken Leisten ohne Verleimung. Die sind preisgünstiger - ein Restrisiko, dass sich die Rahmen verziehen - bleibt allerdings.
wird laufend fortgesetzt...